Sie befinden sich hier: Neues > Termine/Infos

Bericht: Fachtagung im Rahmen des Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit „Schulabsentismus – Reflexionen über gelingende Ansätze in der Jugendsozialarbeit“ vom 18./19.05.2017 in Erfurt

Dem Phänomen „Schulabsentismus“ – als Vorläuferphänomen von Schulabbrüchen – fachlich und angemessen zu begegnen, ist eine zentrale Aufgabe der Jugendsozialarbeit. Ohne Schulabschluss ist in einer ausdifferenzierten und auf Wissen basierten Gesellschaft eine wirkliche und langfristig angelegte gesellschaftliche Teilhabe kaum möglich. Diesem drohenden Ausschluss junger Menschen angemessen zu begegnen ist Ziel vieler Bemühungen verschiedener Disziplinen (Sozialpädagog/-innen, Lehrkräfte, Schulpsycholog/-innen, etc.) und Professionen (Pädagogik, Psychologie, Medizin).

Auch der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit widmet sich diesem Thema seit langem.

Über regelmäßig stattfindende Fachtagungen werden das Phänomen und dessen Entstehung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, konzeptionelle Gegenstrategien vorgestellt sowie Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung dargestellt und erörtert. Besonderer Wert wird dabei auf einen hohen Praxisbezug gelegt. Auf dieser Basis wird die Umsetzung guter Praxis mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen verknüpft.

Auch in diesem Jahr wurden unter dem Titel „Schulabsentismus – Reflexionen über gelingende Ansätze in der Jugendsozialarbeit“, gerahmt von zwei Fachvorträgen, Beispiele guter Praxis präsentiert und mit den Teilnehmenden diskutiert. Im Rahmen der Veranstaltung wurde über entsprechende Praxisbeispiele auch dargestellt, wie auch schwer zu erreichende junge Menschen über besondere Settings zu einem Schulabschluss geführt werden können. Hierbei wurde vor allem der Aspekt des individuell ausgerichteten Ansatzes beleuchtet.

Einmal mehr ist bei der Fachtagung deutlich geworden, dass die Ursachen für schulabsentes Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Regel multikausal und komplex sind. Daher sind Aktivitäten, die dem Absentismus entgegenwirken sollen, immer dann besonders erfolgreich, wenn der Komplexität möglicher Ursachen sowie den individuellen Bedarfslagen der Betroffenen Rechnung getragen wird. Dabei kann es auch notwendig und sinnvoll sein, dass eine entsprechende Diagnostik zum Einsatz kommt, um darauf aufbauend passgenaue Umsetzungsstrategien entwickeln und realisieren zu können.

Die Tagung ist auf großes Interesse und gute Resonanz gestoßen und hat gezeigt, dass die Jugendsozialarbeit gut beraten ist, sich auch weiterhin mit der Zielgruppe und dem Thema kritisch und konstruktiv auseinander zu setzen.

Bericht: Fachtagung im Rahmen des Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit, stattgefunden am 18./19.05.2017 in Erfurt